Gemeinde Gollhofen

Luftaufnahme der St. Johannis-Kirche Gollhofen

Gollhofen

Erste urkundliche Erwähnung 741, als die Kirche von Gollhofen zur Bistumsgründung Würzburg von Karlmann der dortigen Kirche geschenkt wurde samt dazugehörigen Königshof. Nur unwesentliche jünger dürfte der Gemeindeteil Gollachostheim sein, dessen Name auf eine frühe fränkische Siedlung hinweist.

In Gollhofen steht die evang. Pfarrkirche St. Johannis mit vorromanischen Bauteilen, optisch hübscher Ausstattung mit Altar und Orgel von 1764, Kanzel 1767, Chorgestühl um 1500. Die sehr gut erhaltene Friedhofsmauer und der angrenzende Wallgraben sind letzte Zeugen der ehemaligen Wehrkirche. Weitere Bauwerke aus der Vergangenheit sind die ehemalige Schule von 1804, der dreisäulige Kettenbrunnen - ursprünglich Capellbrunnen - aus dem Jahr 1561 und der wohl noch ältere, schon als Taufbrunnen benutzte Bischofsbrunnen sowie das ehemalige limpurgische Zollhaus von 1751 in unmittelbarer Nachbarschaft vom Rathaus.

Anläßlich der 1250-Jahrfeier unserer Gemeinde im Jahr 1991 wurde ein Gemeindebuch veröffentlicht, in dem in verschiedenen Kapiteln sowohl die Geschichte wie die gegenwärtige Situation dargestellt werden.

Im Gemeindebereich sorgen zahlreiche Vereine für kulturelle Vielfalt und Abwechslung. Für große Veranstaltungen, wie gemeindliche Festivitäten oder überregionale Versammlungen, stehen mit der Sängerhalle Gollachostheim und dem Saalbau der Familie Schmidt im Gasthaus "Stern" geeignete Räumlichkeiten zur Verfügung.

Gollachostheim

Der Ortsname wurde in früheren Urkunden mit Ostbeim oder Ostheim aufgeführt. Es ist anzunehmen, daß der Ort bereits bei der fränkischen Landnahme des 7. Jahrhunderts entstanden ist. Die erste urkundliche Erwähnung erfolgt um das Jahr 802, als Dietmund dem Kloster Fulda seine Güter in Ostbeim/Ostheim schenkt.

Der Ort war verschiedener Grundherrren zehntpflichtig. Der Fürstbischof Johannes von Würzburg kommt im Jahr 1433 der Bitte der Einwohner von Gollachostheim nach, und erhob den Ort zur selbstständigen Pfarrei. Muttergemeinde bleibt die Pfarrei Lipprichhausen. Die Kirche des neuen Pfarrortes, die dem Apostel Jakobus und dem Bischof Nikolaus geweiht ist, stammt indessen in ihrem ältesten Teil schon aus dem 9. Jahrhundert. Sie war nicht viel größer als das Untergeschoß des heutigen Turmes und kann somit wohl als das älteste Bauwerk des Ortes angesehen werden.

Im Jahr 1525 sagt sich Gollachostheim von dem Würzburger Bischof los und stellt sich unter markgräflich-brandenburgischen Schutz gegen jährlicher Darreichung von 20 Malter. Drei Jahre später, im Jahre 1528, wird die Reformation eingeführt. Im Jahre 1609 wird unter Pfarrer Mauderer die Kirche in Form einer Wehrkirche ausgebaut. Die Anlage als Wehrkirche mit Befestigungsmauer und Wallgraben ist relativ gut bis heute erhalten und steht unter Denkmalschutz zusammen mit dem benachbarten Frackdachhaus, Kirchplatz 1, der Fam. Kleinschroth.

Für das Jahr 1848 ist festgehalten, daß die politische Gemeinde ein neues Schulhaus am Kirchplatz auf ihre Kosten errichtet. Gollachachostheim zählt 351 Einwohner. Die Aufstockung des Schulhauses erfolgt im Jahr 1935. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges, begann eine rege Aufbau- und Ausbauphase im privaten wie im kommunalen Bereich. So wurde bereits 1953 die Kanalisation errichtet und die ganze Gemeinde an die Fernwasserversorgung Franken angeschlossen. Der Ausbau der Ortsverbindungs- und Ortsstraßen schloß sich an.

Im Jahr 1978 erfolgt die Eingliederung Gollachostheims in die Gemeinde Gollhofen durch Vollzug der Gebietsreform.

Herrenmühle

Die Herrnmühle liegt ca. 1 km westlich von Gollhofen an der Gollach. Als Besitzer der Mühle sind im Jahr 1577 die Grafen von Limpurg-Speckfeld eingetragen.

Verschiedene Pächter betreiben die Mühle im Auftrag der Grafen bis schließlich im Jahr 1707 Jakob Dürr die herrschaftliche Mühle käuflich erwarb. Im Jahr 1866 erfolgt der Haus- und Mühlenneubau. Eingebaut wird ein Mahlwerk mit 3 Mahlgängen und einem Gerbgang. Der Mühlenbetrieb wird bald nach dem 2. Weltkrieg eingestellt. Der Name der Besitzerfamilie Braun taucht im Jahr 1810 zum ersten mal auf.

Jörgen- oder Jörgleinsmühle

Zwei Kilometer ostwärts von Gollachostheim, direkt an der Gollach gelegen, auf halbem Weg nach Gollhofen, liegt die schmucke Jörgleinsmühle. Sie war ursprünglich Eigentum der Grafen von Limpurg-Speckfeld und gehörte, wie Gollhofen, zu ihrem Zehntbezirk und Hoheitsgebiet. In welchem Jahr die Mühle nach Gollachostheim gehörig wurde, läßt sich zur Zeit nicht eindeutig feststellen.

Unter der Jahreszahl 1834 ist nachzulesen, daß es sich um eine Mühle mit realer Mühlgerechtigkeit handelt, daß Wohn- und Mühlgebäude unter einem Dach sind und daß die Mühle der Kirche Gollhofen erbzins,- lehen- und handlohnbar ist. Als erster Besitzer, bzw. Pächter wurde 1599 ein Georg Petschler aufgeführt. In kurzer Reihenfolge wechselten Pächter und Besitzer bis schließlich im Jahr 1857 Johann Veit Rabenstein aus Mönchsondheim genannt wird. Seit 1956 sind Hans und Lydia Stier die Besitzer.

Aus diesen wenigen Zeilen ist wohl ersichtlich, daß genannte Mühle nicht nur geografisch, sondern auch geschichtlich ein Bindeglied zwischen den beiden Gemeindeteilen Gollachostheim und Gollhofen dargestellt hat und darstellt.

Koßles,- Vogels,- Ziegel- oder Stoffelsmühle

Die dritte Mühle im Gemeindebereich ist die Stoffelsmühle. Sie liegt nicht wie die beiden anderen Mühlen an der Gollach, sondern 1 km ostwärts von Gollhofen an der Straße nach Geckenheim. Betrieben wurde die Mühle mit Wasser aus dem Holzbach, der Mühlbach wurde unter dem nahen Bahndamm durchgeleitet. Die Stoffelsmühle ist laut urkundlicher Aufzeichnungen die wohl älteste Mühle im Gemeindebereich. Der erste Eintrag ist vom 4. Juni 1331. Dort wird genannt, daß Ludwig von Hohenlohe Lehen der Mühle ist. In der späteren Erbfolge wird auch diese Mühle Besitz der Grafen von Limpurg-Speckfeld.

Die Mühle wird bereits im Jahr 1939 stillgelegt, das Wasserrecht 1949 aufgehoben. Der Name der Besitzer und Pächter wechselt ebenfalls sehr häufig. Der jetzige Name dürfte wohl abgeleitet sein von dem Besitzer Georg Christoph (Stoffel) Förster im Jahre 1688. Johann Paul Markert erwirbt 1928 die Mühle. In Erbfolge ging die Mühle an den heutigen Beistzer, Herrn Friedrich Schmidt.